Medienmitteilung
PD: Aussenpolitische Kommission zum Krieg im Irak
2003-03-25T17:10:00
Bern (ots) - Die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates
unterstützt die Politik des Bundesrates in Zusammenhang mit dem
Krieg im Irak. Sie hat insbesondere Fragen des
Kriegsmaterialexportes sowie des Engagements des Bundes für das
humanitäre Völkerrecht vertieft diskutiert. Im weiteren hat sie dem
Bundesbeschluss über die Verlängerung der Beteiligung der Schweiz an
den Allgemeinen Kreditvereinbarungen (AKV) des Internationalen
Währungsfonds sowie dem Bundesbeschluss über die Finanzierung von
wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit zugestimmt. Die Kommission hat während über vier Stunden mit Frau Bundesrätin
Calmy-Rey eine intensive Aussprache über den Krieg im Irak, dessen
Konsequenzen für die schweizerische Aussenpolitik und die Rolle der
UNO geführt. In dieser Debatte hat die Aussenministerin detailliert
die völkerrechtlichen, neutralitätsrechtlichen und gesetzlichen
Grundlagen sowie die politischen Überlegungen erläutert, die den
Bundesrat zu seinen Beschlüssen betreffend Überflugsrechte und
Waffenausfuhr geführt haben. Die Kommission wurde insbesondere über die Kriterien für den Export
von Kriegsmaterial sowie über die geplante Etablierung eines
Kontrollmechanismus orientiert, welcher die strenge Einhaltung
dieser Kriterien in jedem einzelnen Fall überprüfen soll. Exporte
von Kriegsmaterial durch die Eidgenossenschaft sind grundsätzlich
verboten. Exporte durch private Unternehmen werden gemäss der
einschlägigen Gesetzgebung überwacht und nur bewilligt, wenn sie
weder einen Beitrag an die militärischen Operationen leisten noch
den "Courant normal" übersteigen. In diesem Zusammenhang hat sich
die Kommission auch mit der Rolle der RUAG auseinandergesetzt. Frau
Bundesrätin Calmy-Rey hat die Kommission versichert, dass aus der
Schweiz keine Waffen an die kriegsführenden Parteien geliefert
werden, die in diesem Krieg zum Einsatz kommen könnten. Die
Vorsteherin des EDA ist auch bereit, der Bitte der Kommission
nachzukommen, in einem kurzen Bericht die neutralitätspolitischen
Überlegungen und Kriterien des Bundesrates zusammenzufassen. Aufgrund der bundesrätlichen Ausführungen und der gewalteten
Diskussion wurden eingereichte Anträge auf Kommissionsvorstösse
zurückgezogen. Die APK-N unterstützt einstimmig die bundesrätliche
Politik. Insbesondere begrüsst sie, dass sich die Schweiz mit aller
Kraft und zusammen mit anderen Staaten im Rahmen der UNO dafür
einsetzt, dass nach Ende der Kriegshandlungen im Irak die UNO die
Führungsrolle für die politische Stabilisierung und Demokratisierung
sowie die humanitäre Hilfe und den wirtschaftlichen Wiederaufbau
übernimmt. Die Kommission hat zur Kenntnis genommen, dass für die humanitäre
Hilfe im Irak zu den für dieses Jahr budgetierten 4,5 Millionen
Franken zusätzliche 6,5 Millionen Franken verpflichtet worden sind. An ihrer nächsten Sitzung vom 14./15. April in Genf wird die
Kommission diese Thematik mit Vertretern des IKRK, des UNHCR und des
Zentrums für humanitäre Minenräumung weiter vertiefen. Im Übrigen hat die APK-N der Fortsetzung der Beteiligung der Schweiz
an den Allgemeinen Kreditvereinbarungen (AKV) des Internationalen
Währungsfonds (02.085 s) in der Höhe von knapp 2 Milliarden Franken
Darlehenszusage für weitere fünf Jahre mit 17 gegen 3 Stimmen
zugestimmt. Anders als der Ständerat hat sie jedoch die Bestimmung
der bundesrätlichen Vorlage verworfen, wonach künftig der Bundesrat
und nicht mehr die Bundesversammlung über die Fortführung oder
Beendigung der Teilnahme der Schweiz an den AKV entscheiden würde.
Ferner ist die Kommission dem Ständerat gefolgt und hat mit 18 gegen
3 Stimmen den Rahmenkredit von 970 Millionen Franken (02.086 s) für
eine Mindestdauer von fünf Jahren für die Finanzierung von
wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit bewilligt. Der aktuelle Stand der
bilateralen Verhandlungen Schweiz EU im Bereich der
Zinsbesteuerung sowie der Doha-Verhandlungsrunde im Rahmen der WTO
war Gegenstand einer Orientierung durch die zuständigen Bundesräte
Villiger und Deiss. Schliesslich hat die Kommission die
Parlamentarische Initiative Zbinden, Partnerschaft mit einem Land
des Südens (02.414 n), geprüft und beschlossen, ihr keine Folge zu
geben Die Kommission hat am 24./25. März 2003 unter dem Vorsitz von
Nationalrätin Lili Nabholz in Bern getagt. Bern, 25. März 2003
Parlamentsdienste
Auskünfte:
Nationalrätin Lili Nabholz, Kommissionspräsidentin, Tel. 01 211 30 78
Paolo Janke, Kommissionssekretär, Tel. 031 322 97 15
Permalink:
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