HEKS - Hilfswerke der Evang. Kirche / EPER - L'Entraide Protestante Suisse
Demokratische Republik Kongo HEKS verurteilt Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in der Region von Goma
Zürich (ots)
HEKS, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, ruft zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Es verurteilt jegliche From von Gewalt, fordert die Aufklärung aller Menschenrechtsverletzungen und die Bestrafung der dafür Verantwortlichen. HEKS appelliert an alle Konkfliktparteien und die internationalen Organisationen, sich energisch für die Aufnahme von Verhandlungen und die Suche nach friedlichen Lösungen einzusetzen. Den Leiden der Zivilbevölkerung ist so rasch wie möglich ein Ende zu setzen.
Am 20. November hat die Rebellengruppe M23 die Stadt Goma eingenommen. Laut unserem Programmdirektor in Goma hat der Einmarsch der Rebellen zwar glücklicherweise relativ wenige zivile Opfer gefordert, jedoch grosse Flüchtlingsströme ausgelöst. In der Umgebung von Goma suchen zur Zeit unzählige intern Vertriebene Schutz und Unterkunft. HEKS prüft, ob es ihnen Unterstützung anbieten kann.
Noch letzte Woche besuchte der Programmdirektor die Projekte von HEKS in der Provinz Nord-Kivu. «Unsere Partner führten Workshops mit Bauern durch, der Schulunterricht fand normal statt und auch die psychologische Betreuung sexuell misshandelter Frauen war sichergestellt», berichtete er. HEKS hat grossen Respekt für den Mut und die Unerschrockenheit unserer Partner vor Ort. Heute ist der Kontakt zu ihnen jedoch nur noch telefonisch oder via E-mail möglich. Unser Programmdirektor kann die Stadt Goma bis auf weiteres nicht verlassen; für Projektbesuche in den umliegenden Dörfern sind die Sicherheitsrisiken zu hoch.
HEKS ist seit den 60-er-Jahren in der Demokratischen Republik Kongo in der Provinz Nord-Kivu tätig und unterhält in Goma ein Büro zur Koordination seiner Tätigkeit. Das Hilfswerk fördert die Entwicklung ländlicher Gemeinschaften und unterstützt Bauernvereinigungen, damit die Menschen ihre Lebensgrundlage verbessern können. Gleichzeitig führt HEKS Projekte in den Bereichen Ernährungssicherung, Alphabetisierung und Berufsbildung durch. In einem weiteren Projekt werden Opfer sexueller Gewalt psychologisch betreut.
Seit über einem Jahrzehnt ist die Geschichte der Demokratischen Republik Kongo von kriegerischen Auseinandersetzungen und politischer Instabilität geprägt. Am schlimmsten traf es die Ostprovinzen Nord- und Süd-Kivu, wo es in den Dörfern aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen diversen bewaffneten Rebellengruppen und der kongolesischen Armee wiederholt zu schweren Menschenrechtsverletzungen kam: Ermordungen von DorfbewohnerInnen, Vergewaltigungen von Mädchen und Frauen, Zwangsrekrutierungen von Kindern, Plünderung und Zerstörung von Eigentum. Der Nord-Kivu ist zudem durch die grosse Zahl der Flüchtlinge aus Rwanda und vor allem die eigenen intern vertriebenen Menschen massiv belastet. Die Infrastruktur ist aufgrund der jahrelangen Konflikte in einem desolaten Zustand. Der Entwicklungsstand ist auf einem sehr tiefen Niveau und die Lebenserwartung beträgt nur gerade 47,6 Jahre. Gemäss der UNO starben seit 1998 mehr als 5 Millionen Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Krieges. Zudem wurden rund 1,8 Millionen Menschen intern vertrieben.
HEKS, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, leistet humanitäre Hilfe, bekämpft die Ursachen der Armut und ermöglicht Menschen den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Land, Wasser, Nahrung und Bildung. HEKS wehrt sich gegen Ausbeutung und hilft Unterdrückten, sich zu organisieren und ihre Rechte einzufordern. Das Ziel ist ein selbstbestimmtes Leben in Würde für alle Menschen, unabhängig welcher Volksgruppe oder Religion sie angehören. HEKS arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen in über 45 Ländern der Welt. Sie kümmern sich um Benachteiligte in ihrem Land unabhängig von deren Kultur, Religion oder Konfession. In der Schweiz setzt sich HEKS anwaltschaftlich für Flüchtlinge ein und ist in Beratungs- und Integrationsprojekten für MigrantInnen und sozial benachteiligte SchweizerInnen aktiv.
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Susanne Stahel, Leiterin Medien & Information, Mail: stahel@heks.ch,
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